• Makrosomie insgesamt: RR 0,67 (95 % KI 0,48 bis 0,94), moderate Evidenz. Bei Gestationsdiabetes (GDM): RR 0,55 (0,35 bis 0,86), hohe Evidenz, also rund 45 % weniger Fälle.
  • Aufnahme auf die neonatologische Intensivstation: RR 0,74 (0,60 bis 0,91), moderate Evidenz.
  • Neonatale Hypoglykämie bei vorbestehendem Diabetes: RR 0,71 (0,51 bis 0,98), moderate Evidenz.
  • Time in Range bei vorbestehendem Diabetes: plus 5,68 Prozentpunkte (3,10 bis 8,26), moderate Evidenz.

Kaiserschnitt, Frühgeburt, Gewichtszunahme und Präeklampsie änderten sich nicht signifikant. LGA war insgesamt seltener (RR 0,77), bei sehr niedriger Evidenz. Für SGA lag das RR bei 1,37 (0,96 bis 1,95), nicht signifikant; ein erhöhtes Risiko lässt sich laut Autorenteam vor allem bei GDM nicht ausschließen.

Die Trial Sequential Analysis relativiert diese Größenbefunde deutlich: Für Makrosomie, LGA und SGA ist die erforderliche Datenmenge nicht erreicht. Bei Makrosomie liegen erst etwa 16 % der benötigten Information vor, bei GDM etwa 12 %. Neue Studien können die Signifikanz daher noch ändern, auch beim nach GRADE hoch bewerteten Effekt bei GDM.

Das Autorenteam empfiehlt CGM bei vorbestehendem Diabetes weiterhin, bei GDM als vorläufige Option mit wissenschaftlicher Begleitung. Keine CGM Art war den anderen klar überlegen.

Wofür die Evidenz bei Typ 1 Diabetes spricht

Für CGM ist die Evidenz stark. In CONCEPTT [2] erhielten 215 Schwangere mit Typ 1 Diabetes randomisiert CGM plus BGM oder BGM allein. Mit CGM sank das HbA1c etwas stärker (minus 0,19 Prozentpunkte), die Zeit im Zielbereich lag bei 68 % statt 61 %. Die Neugeborenen hatten seltener ein LGA Geburtsgewicht (OR 0,51; 0,28 bis 0,90), seltener einen Intensivaufenthalt über 24 Stunden (OR 0,48; 0,26 bis 0,86) und seltener eine Hypoglykämie (OR 0,45; 0,22 bis 0,89). Das Studienteam empfiehlt, CGM allen Schwangeren mit Typ 1 Diabetes unter intensivierter Insulintherapie anzubieten.

CONCEPTT ist Teil der Metaanalyse [1]. Dort war LGA bei vorbestehendem Diabetes gepoolt nicht signifikant reduziert (RR 0,89; 0,66 bis 1,21). Typ 1 und Typ 2 Diabetes ließen sich nicht getrennt auswerten, weil Studien mit beiden Gruppen die Daten gemeinsam berichteten.

AID Systeme waren nicht Gegenstand der Metaanalyse. In AiDAPT [3] nutzten 124 Schwangere mit Typ 1 Diabetes und HbA1c ab 6,5 % entweder Hybrid Closed Loop (CamAPS FX) oder die übliche Insulintherapie, beide mit CGM. Im Zielbereich von 3,5 bis 7,8 mmol/l lagen die Werte 68,2 % gegenüber 55,6 % der Zeit (adjustierte Differenz 10,5 Prozentpunkte; 7,0 bis 14,0). Auch Hyperglykämiezeit, Nachtwerte und HbA1c (minus 0,31 Prozentpunkte) waren besser. Für neonatale Endpunkte war die Studie nicht ausgelegt.

In CRISTAL [4] waren die 95 Teilnehmerinnen schon gut eingestellt (HbA1c im Mittel 6,5 %). Mit dem MiniMed 780G stieg die Zeit im Zielbereich insgesamt nicht signifikant (66,5 % gegenüber 63,2 %). Nachts lagen die Werte häufiger im Zielbereich, und die Zeit unter 3,5 mmol/l war insgesamt und nachts kürzer. Unerwartete Sicherheitsprobleme traten nicht auf.

Einordnung

Bei Typ 1 Diabetes ist CGM in der Schwangerschaft durch randomisierte Daten gut belegt, auch mit Nutzen für die Neugeborenen. Hybrid Closed Loop kann die mütterliche Glukoseeinstellung zusätzlich verbessern: deutlich in AiDAPT, in CRISTAL bei guter Ausgangslage vor allem nachts und mit weniger Hypoglykämiezeit. Die Ergebnisse gelten für das jeweils geprüfte System; ein Nutzen von AID für die Neugeborenen ist noch nicht belegt.

Bei GDM ist der Rückgang der Makrosomie am besten belegt, die Datenmenge reicht laut Trial Sequential Analysis aber noch nicht aus. Da auch die SGA Frage offen ist, bleibt die Überwachung des kindlichen Wachstums wichtig.